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Johann Weyer - Der erste Bekämpfer des Hexenwahns

Johann Weyer - Der erste Bekämpfer des Hexenwahns

* zw. 24.02.1515 und 24.02.1516 in Grave/Kleve

gestorben am 24.2.1588 in Tecklen

 
1545 wurde er Stadtarzt in Arnheim, wo er 1548 ein medizinisches Gutachten in einem Prozess gegen einen Wahrsager erstellte.
 
1550 Ruf an den Hof Herzogs Wilhelm III von Jülich-Kleve-Berg, wo er unbekannte Krankheiten analysierte und seine kritischen Schriften zu Hexerei/Aberglauben verfasste.
 
1563 bekämpfte der humanistische Arzt Johannes Weyer den in Europa weit verbreiteten Hexenwahn mit seiner erstmals gedruckte Schrift "De praestigiis daemonum" (Von den Blendwerken der Dämonen). Diese erlebte zahlreiche Auflagen (und Übersetzungen) und wurde auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt.
 
 
 
Seine Schrift wurde zum Grundlagenwerk für alle Gegner der Hexenprozesse, indem sie frühere gelehrte Argumente gegen die Verfolgungen systematisierte. Weyer, der sich gegen den Hexenhammer wandte, sah in den angeblichen Hexen vom Teufel irregeleitete kranke Frauen, die der Melancholie verfallen waren und medizinischer Behandlung bedurften. Deshalb gehörten sie in die Hand eines Arztes und nicht in die des Henkers.
 
Titelseite
(Von den Blendwerken der Dämonen)
 
In seiner Schrift (De praestigiis daemonum) beschreibt er sehr detailliert alle dämonischen Kräfte und die Gefahr, die von ihren Vertretern ausgeht. Magier und Giftmischer sind jedoch keine Hexen. Ihm zufolge verursachten Giftmischer mit des Teufels Hilfe körperliche Schäden, doch Magier seien weitaus schlimmer.
 
Weyer kritisierte mehrfach die grausamen Strafen, die von Gesetzes wegen auf Hexerei standen und plädierte für Nachsicht mit den beschuldigten Personen. Dennoch stellte er die Existenz von Teufeln und ihren Einfluss auf das menschliche Leben nicht in Frage.
 
Während Hexen dem Teufel dienten, weil ihr Wille nicht stark genug sei, um seinen Versuchungen zu widerstehen, seien Magier Menschen mit starkem Willen, die sich bereitwillig Anweisungen von Dämonen geben ließen.
 
Weyer zufolge versuchten Magier die Naturgesetze zu überwinden und kommunizierten in ihrem Streben nach Macht bereitwillig mit den Kräften des Bösen. Das macht sie zu den Vertretern des Teufels, bewusste Verfolger des bösen Pfades.
 
Wichtig ist jedoch, dass Weyer seinem monumentalen Werk als Anhang eine Liste von Dämonen hinzufügte.
 
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