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Werwölfe im Mittelalter !
 
Wie beim Hexenwahn reichten geringste Beschuldigungen aus, um einen "Werwolf" auf den Scheiterhaufen zu bringen. Die Werwolfprozesse waren, wie die Hexenprozesse, ein böses Spiel mit immer gleichem Ausgang. Das Urteil stand fast immer von vornherein fest. Unter Folter erpresste Geständnisse von angeklagten "Werwölfen" führten dazu, dass tatsächlich immer mehr Menschen an Werwölfe glaubten.
 
 
Gerade im Mittelalter kursierten die wildesten Werwolf-Geschichten. Mord und Raub wurden den Werwölfen angelastet. Als "Beweis" für eine rechtmäßige Verurteilung dienten das von dem Angeklagten abgepresste Geständnis und Hinweise auf Gaben des Teufels wie Salben, Gürtel, usw., die eine Metamorphose initiieren konnten. Dass diese angeblichen Beweise dem Gericht nicht mehr zur Verfügung gestellt werden konnten, wurde damit erklärt, dass der Teufel sie wieder an sich genommen hätte und man sich ihrer nicht mehr habhaft gemacht haben konnte.
 
Werwolf, Lucas Cranach der Ältere, Holzschnitt, 1512
 
Das für die Hexenverfolgung der frühen Neuzeit gültigen Rechtssystem ersetzte das mittelalterliche Akkusationsverfahren durch einen Verfolgungskatalog, in dem das Risiko für den Kläger oder die Klägerin, bei erwiesener Unschuld der angeklagten Person selbst vor Gericht gestellt zu werden, ausgeschaltet war. Die Bevölkerung wurde von den Richtern und Inquisitoren zur aktiven Denunziation aufgefordert. Gerade die katholische Kirche satanisierte und totalisierte ihr eigenes Magiemonopol. Die Verfolgung richtete sich unter anderem gegen die „weisen Frauen“ und „weisen Männer“ innerhalb der dörflichen Strukturen.
 
Vielerorts stellte das zufällige Zusammentreffen von Wölfen und Menschen einen Nachweis für das Werwolfswesen dar. Zwei von Stewart nicht näher beschriebene Bischöfe betrachteten die Werwölfe als verderblicher denn die echten und natürlichen Wölfe. Sie bezogen sich im 16. Jahrhundert auf die Werwölfe in Preußen, Livland und Litauen. Im Laufe des 17. Jahrhunderts wurde von Werwölfen angenommen, dass sie in regelmäßigen Abständen in Ekstase fielen. Die Naturphilosophen in Wittenberg vermuteten 1620, dass ein Mensch sich durch die Hilfe des Teufels in einen Wolf verwandeln könne. 1635 diskutierte der Historiograph von Henri IV. in Rouen über die Verwandlung von Hexen in Wölfe. Ein gewisser Müller erwog 1673 vier Möglichkeiten einer „objektiven“ Transformation eines Menschen in einen Wolf:
  • Der Teufel tauscht einen menschlichen Körper gegen einen tierischen ein.
  • Der Teufel selbst nimmt die Form des Tieres an.
  • Der Teufel wirft tierische Felle über den menschlichen Körper.
  • Der Teufel umgibt den menschlichen Körper mit Luftgebilden in Form von Tieren, was auch die sympathetische Wunde erklärt, da Waffen die Luftgebilde zerschlagen.
Derlei Beispiele zeigen, wie ernsthaft die Definierung der dämonologischen Konstrukte in der frühen Neuzeit betrieben wurde.
 
Den Werwolfsprozessen der frühen Neuzeit voraus ging, dass es im 15. und 16. Jahrhundert während der Pestwellen zu einer enormen Zunahme der im Mittelalter zurückgedrängten Wölfe in Kontinentaleuropa kam. Die Wölfe griffen Vieh und möglicherweise auch Menschen an. Wölfen wurde menschliche Intelligenz und strategisches Denken zugesprochen. Die Propaganda der Dämonologen konnte an Ängste in der Bevölkerung anknüpfen.
 
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