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Erasmus von Rotterdam
eigentlich Gerhard Gerhards
 
Vergrößerung des Bildes von Erasmus von Rotterdam
Erasmus von Rotterdam gemalt von Hans Holbein dem Jüngeren (1523)
 
 
* 28.10.1466  in Rotterdam geboren
† 12.07.1536  in Rotterdam gestorben
 
niederländischer Theologe und Humanist
 
Er war ursprünglich Mönch; besuchte Frankreich, England, Italien und blieb ab 1521 in Basel und Freiburg im Breisgau.
 
Er sah das Bildungs- und Lebensideal in der Verbindung von Antike und Urchristentum ("Zurück zu den Quellen!"), in der Einheit von Vernunft, Freiheit des Geistes, Toleranz und Maßhalten.
 
Erasmus kritisierte die alte Kirche, wandte sich gegen die Reformation als Massenbewegung, deren Fanatismus er ablehnte. Gegen Luther verteidigte er die Lehre vom freien Willen und suchte zwischen den Konfessionen zu vermitteln..
 
Früher Widerstand gegen Kramer
 
Der große Humanist Erasmus von Rotterdam (1466-1536) verspottet in einem Traktat gar die Person Kramers und dessen Benehmen. Andere wiederum bezeichnen Kramer als "blutgierigen Mönch" und "grausamen Heuchler". Schon zu Lebzeiten Kramers regt sich Kritik am "Hexenhammer". Dies kann zu dieser Zeit überaus gefährlich sein, werden doch im "Hexenhammer" auch mögliche Beschützer der Hexen als Ketzer bezeichnet. Sie sollten den gleichen Verfahren ausgesetzt werden wie die Hexen.
 
Der bedeutende Humanist Erasmus von Rotterdam schrieb am 25. Juli 1533 anlässlich seines Besuches in Freiburg einen Brief an den Schatzmeister des Königs von Portugal, Damian van Goes, der von einem Vorfall in der Stadt Schiltach gehört hatte und Näheres darüber wissen wollte:
 
Brief des Erasmus von Rotterdam
an Damião de Góis vom 25. Juli 1533
( Flugblatt von 1531 zu diesem Ereignis. )
 
 
Vergrößerung des Bildes von Erasmus von Rotterdam
Erasmus von Rotterdam in der Darstellung durch Albrecht Dürer (1526)
"Das Städtchen, von welchem Dir erzählt wurde, heißt auf Deutsch Schiltach; es ist von Freiburg gut acht große deutsche Meilen entfernt. Ob alles, was gemeinhin darüber geredet wird, wahr ist, wage ich nicht zu bestätigen. Sicher wahr ist, dass das ganze Städtchen plötzlich in Flammen aufging und dass eine Frau aufgrund ihres Geständnisses hingerichtet wurde. Die Feuersbrunst ereignete sich am 10. April, dem Donnerstag vor Ostern, im Jahr 1533 nach Christi Geburt. Einige Bürger des Städtchens haben beim Magistrat unserer Stadt (Freiburg) aus guter Quelle den Hergang erzählt, wie mir ihn Heinrich Glareanus (ein Freund von Erasmus) wiedergegeben hat, wie ich es in Erinnerung habe: Ein Dämon machte sich von einem bestimmten Teil eines Hauses durch Pfeifen bemerkbar. Der Wirt, der den Verdacht hatte, es sei ein Dieb, stieg hinauf, fand aber niemand. Jedoch wurde dasselbe Signal erneut aus dem oberen Stockwerk gegeben. Auch dort stieg der Wirt hinauf, um den Dieb zu verfolgen. Während auch dort niemand war, wurde das Pfeifen von der Spitze des Schornsteins gehört. Da begriff der Wirt, dass es ein Dämon sein müsse; er hieß die Seinen, sich vorzusehen. Es wurden zwei Priester herbeigeholt und der Exorzismus angewandt. Er gab zur Antwort, er sei ein Dämon. Auf die Frage, was er hier treibe, sagte er, er wolle die Stadt verbrennen. Als sie ihm mit heiligen Zeichen drohten, antwortete er ihnen, ihre Drohungen beeindruckten ihn nicht, denn der eine von ihnen sei ein Hurer und beide seien sie Diebe. Einige Zeit darauf hob er eine Dirne, mit welcher er seit vierzehn Jahren Verkehr hatte, während sie doch jährlich gebeichtet und die Kommunion empfangen hatte, hoch in die Luft und setzte sie auf die Spitze des Schornsteins. Er gab ihr einen Topf und befahl, dass sie ihn ausleere. Sie leerte ihn aus, und innerhalb einer Stunde war das ganze Städtchen abgebrannt. Ob der Dämon verärgert war, weil der Sohn des Wirts als sein Nebenbuhler aufgetreten war und er deshalb das Städtchen vernichtete und die Frau verriet, ist nicht sicher, doch ist es wohl von der Wahrheit nicht weit entfernt. Das Gerücht über dieses Geschehen in der näheren Umgebung hält sich so hartnäckig, dass es nicht als erfunden betrachtet werden kann. Es wird auch von anderem Derartigem gesprochen, ich will aber Deine Ohren mit solchem Gerede des gemeinen Volkes verschonen."
 
(Flugblatt von 1531 zu diesem Ereignis.)
 
 
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