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Martin Anton Delrio
*
15.5.1551 in Antwerpen geboren 
19.10.1608 in Löwen gestorben
 
Er entstammte einer vornehmen kastilischen Familie, die in den spanischen Niederlanden im Dienste des Königs stand. Nach Philosophiestudien in Paris absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften, zunächst in Douai, später in Löwen, wo er 1570 den Grad eines Baccalaureus für Zivilrecht erwarb.In Paris erwarb er den Grad eines Magisters der Philosophie, bevor er sich in Löwen dem Studium der Rechtswissenschaften widmete. Dieses setzte er in Salamanca fort und promovierte schließlich 1574 in Jura.
  • Seit 1575 befand er sich nach einer Berufung durch den spanischen König Philipp II. als Senator im Regierungskollegium in Brabant.
  • 1577 Generalauditor der Armee dann Vizekanzler und schließlich Generalprobkurator.
  • 1578 wurde er zum Vizekanzler von Brabant ernannt.
  • 1580 legte er alle öffentlichen Ämter nieder, ging nach Spanien und trat dort am 9. Mai 1580 in Valladolid in den Jesuitenorden ein.
Dem Eintritt in den Jesuitenorden 1580 folgte nach einem zweijährigen Noviziat eine weitere dreijährige Unterrichtung in Philosophie, bevor Delrio einen Lehrauftrag für Theologie an der Universität in Douai erhielt. Nach Lüttich und Löwen führte ihn sein Weg u.a. nach Graz, wo er von 1601-1603 am dortigen Jesuitenkolleg Vorlesungen hielt, und Salamanca, wo er Theologie lehrte und zahlreiche Schriften verfaßte. 1608 starb Delrio in Löwen
 
Das Hexentrakt
 
Bedeutsam im Rahmen der Hexenforschung ist Delrios Werk Disquisitionum magicarum libri sex, das zum erstenmal 1599/1600 gedruckt wurde und 24 Auflagen bis zum Jahre 1755 erlebte.
 

" Disquisition magicarum libri sex "

Er liefert mit dieser Schrift ein annähernd umfassendes Kompendium aller wichtigen bisher erschienenen Hexentraktate. So verweist er beispielsweise auf den Hexenhammer. Damit liefert er seinen Lesern gleichzeitig ein umfassendes Bild der Entwicklung der Hexenlehre und des Dämonologieglaubens.

 

 

Vergrößerung von der Titelseite "Disquisition magicarum libri sex" von Martin Anton Delrio.
Delrio erhoffte sich von seinem Werk, das es als eine Art Handbuch für Richter dienen. Deshalb geht er bei der Darstellung nach folgendem Schema vor:
  • Beschreibung eines typischen Hexenverbrechens
  • Veranschaulichung durch ein 'historisch' nachgewiesenes Fallbeispiel. (meist entnommen aus einem der Werke seiner Vorgänger)
  • Schlussfolgerung aus den vorangegangenen Punkten, dass es sich um einen Fall des Zaubereiunwesens handele und dass die Beklagte als Hexe überführt werden müsse.
  • Forderung nach Befragung der Angeklagten und zwar so lange, bis das Geständnis erfolgt, wenn nötig unter Anwendung der Folter.
  • Betonung, dass das erfolgte Geständnis nicht nur ein Beweis für die Gültigkeit der Hexenlehre ist, sondern auch zeige, dass hier zu recht das Inquisitionsverfahren mit Anwendung der Folter erfolgt ist. 
Für ihn sind der Glaube an Besessenheit die Notwendigkeit von Teufelsaustreibungen und verschiedene Arten von Schadenszauberei, wichtige Bestandteile der christlichen Lehre.
 
Dabei betont er, dass er sich überhaupt keinerlei Arten von Zauberei ohne Ketzerei vorstellen kann. Somit stellt auch die Weiße Magie für Delrio ein verfolgungsrelevantes Verbrechen dar.
 
Quelle: 
www.de.wikipedia.org
Del Rio, Martin Antoine. Aus: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung,
hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller u. Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net,
URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/1591/ (21.08.2012)
 
 
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