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Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim
* 14.09.1486 in Nettesheim bei Köln geboren
18.02.1535 in Grenoble gestorben.
 
Ab 1502 studierte er Rechtswissenschaft und Medizin in Paris, interessierte sich nebenbei aber auch für andere Wissenschaften, z.B. für Optik, Mechanik, Sprachen und besonders für die Astrologie und Magie. In seinen Studienjahren unternahm er viele Reisen durch Europa und lernte dabei zahlreiche Gelehrte kennen.
1518 wurde Agrippa Stadtsyndicus in Metz. Bekannt geworden ist er durch seine Verteidigung einer der Hexerei beschuldigten Frau aus Metz. Er setzte sich für die Angeklagte ein und kritisierte zahlreiche Formfehler und Rechtsbrüche. Zum Beispiel klärte er über die sog. Teufelsmale, die lediglich Leberflecken und Muttermale seien, auf. Außerdem klagte er über den unrechtmäßigen Einsatz der Folter, da diese nur Geständnisse erzwinge, und kritisierte die Hexenverfolgungen im Allgemeinen und die Inhalte des "Malleus Maleficarum (Hexenhammer)". Nach heftigen Angriffen aufgrund der Verteidigung der Hexe mußte Agrippa aus der Stadt fliehen.
 
1532/33 Lehrer des Johann Weyer in Bonn.
 
Nach einem kurzen Aufenthalt in Köln verbrachte er die letzten Jahre seines Lebens auf der Flucht vor Theologen und anderen Kritikern, die ihn als Ketzer angriffen.
 
"De Occulta Philosophia“
(Von der verborgenen Philosophie)
 
Mit seiner Schrift gelang ihm auf Anhieb ein frühhumanistischer "Bestseller".
 
Dieses "Frühwerk“ des 24-jährigen Agrippa entstand in einer Zeit des Umbruches. Die Scheiterhaufen nahmen beängstigend zu. Zu seiner Zeit war dies für ihn lebensgefährlich und bei seinen Lesern sensationell. Deshalb erschienen innerhalb von nur drei Jahren drei Auflagen in Antwerpen, Paris und Köln (1530-1533).
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In seiner Schrift stellte er streng systematisch die Astrologie, Kabbala, Theologie, Mantik, Evokationsmagie, Angeologie, Amulett- und Talismanzauber einträchtig nebeneinander und verteidigte seine "heilige Magie" in elegantem Stil gegen "Zauberer" und "Teufelsbeschwörer“.
 
Bedeutsam ist auch Agrippas Haltung gegenüber den Hexenprozessen. Er beschäftigte sich auch mit den reformatorischen Gedanken, die in dieser Zeit heftig diskutiert wurden. Seine offene Kritik an den schlechten Zuständen und der Verderbtheit der Kirche war in Metz allerdings besonders gefährlich, da sich die Stadt in ständigen Rivalitäten mit dem lothringischen Fürstenhaus befand, das immer den Bischof stellte. Nicht zuletzt beeinflußte Agrippa deutlich die Gegner des Hexenglaubens.
 
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